Voll- oder Teilschur


Neben der regulären Pferdepflege wie Striegeln etc. ist es manchmal nötig, Pferde zu scheren. Dies ist vor allem in den Monaten ratsam, wenn das Pferd im Winterfell steht und trotzdem gearbeitet wird. Die Schur ist auch für Cushing erkrankte Pferde sinnvoll, um die Tiere vom üppigen Fell zu befreien.

Es gibt verschiedene Arten der Schur, welche für Sie und Ihren großen Partner am sinnvollsten ist, hängt von einigen Faktoren ab:

  • Wo hält sich das Pferd größtenteils auf? Box - Offenstall?
  • Wie viel arbeitet Ihr Pferd?
  • Schwitzt Ihr Pferd schnell und viel?
  • Friert Ihr Pferd schnell?
  • Sind verschiedene Decken vorhanden?
  • Wurde Ihr Pferd schon geschoren?


Vollschur

Die Vollschur sollte nur bei Pferden durchgeführt werden, die sich das ganze Jahr über im Training befinden. Das Fell wird komplett geschoren, auch an den Beinen. (Die Ohren dürfen aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht geschoren werden!) 

Da das ganze Fell entfernt wird, hat der Pferd keine Möglichkeit mehr, sich selbst warm zu halten, daher ist eine Decke unumgänglich. 


Die Hunter-Schur

Für Pferde die mittel bis schwer gearbeitet werden empfiehlt sich die Hunter-Schur. Dort bleibt das Fell in der Sattellage so wie an den Beinen stehen. Die Beine bleiben so warm und geschützt. Das Pferd muss wie bei der Vollschur mit einer Decke warm gehalten werden.


Die Decken-Schur

Pferde die mittelgradig gearbeitet werden können in der Decken-Schur geschoren werden. Das Fell bleibt an den Beinen und am Rücken stehen, so wird das Pferd warm gehalten, ohne während des Trainings extrem zu schwitzen. Die Optik kann angepasst werden wenn man das Fell vom Rücken zu den Beinen nicht entfernt, sondern „auslaufen“ lässt. 


Die Chaser-Schur

Pferde die sich tagsüber auf der Weide befinden, jedoch auch mittelgradig gearbeitet werden, schert man in der Chaser-Schur. Sie ähnelt der Decken-Schur, jedoch wird das Fell am Oberhals stehen gelassen. So bleibt dieser Körperteil warm.


Die Trace-Schur

Diese Schur ist der Chaser-Schur sehr ähnlich, jedoch wird dem Pferd nur ein „seitlicher Streifen“ geschoren. Rücken, Beine sowie der Kopf bleiben vollständig im Fell. Das Pferd kann trotzdem mäßig bewegt werden und sich tagsüber auf der Weide aufhalten.


Die Irish-Schur

Für Pferde die sich in leichter Arbeit befinden und tagsüber auf der Weide stehen ist die Irish-Schur ideal. Da sie schnell und einfach durchgeführt wird, ist diese auch für junge Pferde zu empfehlen. Hals, Vorderbeine und Brustkorb werden frei geschoren, dies sind die Partien, an den das Pferd am stärksten und schnellsten schwitzt. Da der größte Teil des Winterfells jedoch bestehen bleibt, ist das Pferd dennoch geschützt.


Die Bib-Schur

Bei dieser Schur wird lediglich ein kleiner Teil des Winterfells geschoren. Es wird nur die Vorderseite des Halses freigeschoren. Diese Schur wird auch Hals und Bauchschur genannt, da man bis hinter die Gurtlage scheren kann. Mit einer Decke können die Pferde so auch nachts draußen bleiben,wenn ein geeigneter Unterstand vorhanden ist. 


Die Muster-Schur

Um das Pferd optisch aufzupeppen bietet sich die Möglichkeit der Muster-Schur. Von Ihnen gewünschte Motive werden (soweit realisierbar) in die Schur mit eingearbeitet.